Polyvagal-Theorie – Warum Sicherheit Heilung ermöglicht
- Cornelius van Lessen

- 22. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Menschen reagieren in belastenden Situationen auf drei Arten:
Kampf
Flucht
Erstarrung
Diese drei Muster sind keine Charakterfrage.
Sie sind biologische Programme unseres Nervensystems.
Die sogenannte Polyvagal-Theorie, entwickelt von Stephen Porges, beschreibt genau diese Zustände.
Die drei Zustände des Nervensystems
Sicherheit und Verbindung
Der Mensch fühlt sich ruhig, klar und ansprechbar.
Kampf oder Flucht
Das System ist aktiviert, angespannt, wachsam.
Erstarrung oder Rückzug
Energie wird heruntergefahren, Emotionen werden abgespalten, man fühlt sich wie „abgeschaltet“.
Viele Menschen erleben diese Zustände nicht nur kurzfristig –
sondern über Jahre hinweg.
Erstarrung ist kein Versagen
Besonders der Zustand der Erstarrung wird oft missverstanden.
Er ist kein Zeichen von Schwäche.
Er ist ein Schutzmechanismus.
Wenn Kampf oder Flucht nicht möglich sind, geht das System in Rückzug.
Das Problem entsteht, wenn dieser Zustand chronisch wird.
Dann bleibt etwas im Körper gespeichert:
unterdrückte Wut
nicht gelebte Trauer
Angst
Ohnmacht
Und diese unbewussten Spannungen können weiter im Hintergrund wirken.
Wie ich damit arbeite
In meiner Arbeit gehe ich davon aus,
dass viele dieser Spannungszustände nicht kognitiv zugänglich sind.
Man kann sie nicht immer klar benennen.
Aber man kann sie wahrnehmen.
Ich arbeite mit einer Methode, die ich Herztechnik nenne.
Dabei gehe ich die Lebensjahre eines Menschen innerlich Schritt für Schritt durch.
Nicht analytisch – sondern wahrnehmend.
Ich achte darauf, wo das System reagiert.
Und wenn sich an bestimmten Lebensphasen emotionale Verdichtungen zeigen, begleite ich den Prozess des Loslassens.
Ich arbeite mit klarer innerer Ausrichtung:
Loslassen.
Loslassen.
Loslassen.
Nicht gegen etwas.
Sondern mit dem System.
Was dabei geschieht
Häufig zeigt sich:
Der Atem verändert sich.
Der Brustraum wird weiter.
Die Stimme wird klarer.
Der Blick wird ruhiger.
Das sind Zeichen von Regulation.
Nach der Polyvagal-Theorie bedeutet das:
Das Nervensystem verlässt Kampf, Flucht oder Erstarrung –
und bewegt sich Richtung Sicherheit.
Ich löse nichts „mechanisch“.
Ich zwinge nichts.
Ich begleite einen Prozess, in dem gespeicherte Spannung sich lösen darf.
Wissenschaft und Erfahrung
Die Polyvagal-Theorie beschreibt,
wie wichtig Sicherheit für Regulation ist.
Meine Herztechnik ist ein praktischer Zugang dazu.
Ich arbeite nicht medizinisch.
Ich ersetze keine Therapie.
Ich unterstütze Prozesse der inneren Regulation.
Und manchmal geschehen dabei Veränderungen,
die Menschen selbst als erstaunlich oder sogar wundervoll erleben.
Fazit
Kampf, Flucht und Erstarrung sind Schutzmechanismen.
Wenn ein System lernt, wieder Sicherheit zu empfinden,
kann sich etwas grundlegend verändern.
Die Wissenschaft erklärt den Rahmen.
Meine Arbeit schafft den Raum.
Und manchmal beginnt Unterstützung von Heilung genau dort –
im Moment des inneren Loslassens.





Kommentare